Ab Di., 14.09.21, 20:15 Uhr
GewissensBISSE? – Das Fleischexperiment

Den Dingen auf den Grund gehen, sich mit seiner Umwelt kritisch auseinandersetzen – das steht auch in dem neuen VOX-Format „GewissensBISSE? Das Fleischexperiment“ ganz oben auf der Tagesordnung. 78,8 Kilo Fleisch werden in Deutschland jährlich pro Kopf gegessen.* Doch viele Menschen blenden bei ihrem Fleischkonsum die Tatsache aus, dass dafür ein Tier geschlachtet wurde. Das Fleischexperiment holt diesen Aspekt ins Bewusstsein zurück.

Was wäre, wenn die Menschen die Tiere kennenlernen, aufziehen, füttern, pflegen, mehr über bewussten Fleischkonsum oder auch vegetarische Ernährung erfahren – und dann entscheiden müssen, ob sie die Tiere schlachten lassen und essen oder, ob sie weiterleben dürfen.

Fünf Familien nehmen an dem außergewöhnlichen Experiment teil, darunter auch die prominenten Familien von Ausdauersportler und Musiker Joey Kelly, Profi-Fußballer Dennis Diekmeier und Schauspieler Hardy Krüger Jr.

Für das außergewöhnliche TV-Experiment bekommen die Familien jeweils folgende Tiere zugeteilt: Zwei Kälber für Familie Kelly, zwei Lämmer für Familie Krüger und zwei Ferkel für Familie Diekmeier. Außerdem sind Familie Ripka aus Olfen sowie Familie Ehmann aus Duisburg dabei, die sich jeweils um zwei Hühner kümmern. 

Die Tiere leben im eigenen Garten in eigens dafür angelegten Gehegen und werden dort über mehrere Wochen von den Familien versorgt. Dabei erfahren sie mehr über die Eigenheiten der Tierart, über ihr Sozialverhalten und ihre Intelligenz und auch darüber, wie sich der starke Fleischkonsum auf unsere Gesundheit und auf die Umwelt auswirkt. Sie erleben aber auch, wie sich überzeugte Fleischesser für einen bewussteren Fleischkonsum entscheiden können.

Die Familien lernen eine artgerechte Nutztierhaltung kennen, die auch eine für die Tiere stressfreiere Schlachtung vorsieht. Sie erfahren mehr über sogenannte Nose-to-Tail-Restaurants, die dafür stehen, dass, wenn ein Tier geschlachtet wird, es aus Respekt ganz verwertet werden sollte. 

Am Ende der Wochen müssen sich die Familien entscheiden: Lassen sie ihre bisherige Ernährung unverändert, werden ihre Tiere geschlachtet. Entscheiden sie sich, ihren Fleischkonsum zu stoppen und sich vegetarisch zu ernähren, werden ihre Tiere leben. Die sehr persönliche Entscheidung trifft jede Familie am Ende für sich – und ändert ihr Leben vielleicht für immer. 

Produziert wird die dreiteilige Doku-Reihe „GewissensBISSE? Das Fleischexperiment“ von REDSEVEN ENTERTAINMENT GmbH, einem Unternehmen der Red Arrow Studios, für VOX. Das Lizenz-Format, das unter dem Titel „Meat the Family“ originär in Großbritannien gezeigt wird, wird vertrieben von Red Arrow Studios International.
Im Anschluss an die Ausstrahlung von „GewissensBISSE? Das Fleischexperiment“ zeigt VOX jeweils dienstags außerdem ein „Prominent“-Spezial.


*Quelle: Statistisches Bundesamt

 

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Familie Krüger

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Hardy Krüger Jr. (52), Alice Krüger, (43) und die Söhne von Alice Krüger: Tamino Labs (13) und Theo Behrmann (17)

Familie Kelly

Joey Kelly (48), Tanja Niethen-Kelly (48), Luke Kelly (20), Leon Kelly (17), Lillian Kelly (15)

Familie Diekmeier

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Dennis Diekmeier (31), Dana Diekmeier (35), Delani Diekmeier (10), Dion Diekmeier (7), Dalina Diekmeier (5), Divia Diekmeier (3)

Familie Ripka aus Olfen

Christian Ripka (44), Alicia Ripka (34), Liah Ripka (8), Lilly Ripka (13)

Familie Ehmann aus Duisburg

Melanie Ehmann (43), Wolfgang Ehmann (49) und seine Kinder Ben Ehmann (15) und Paula Soppke (17)

Hardy Krüger Jr.

1. Warum machen Sie bei diesem emotionalen TV-Experiment mit?
Wir sind Eltern von Kindern, die in einer Zeit aufwachsen, die ganz neue Herausforderungen hat. Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir unsere Kinder ermutigen können, für sich Entscheidungen zu treffen, die aus ihren persönlichen Erfahrungswerten kommen. Eine Entscheidung aus eigener Überzeugung treffen wir sicher nur, wenn wir auf eine Entscheidung emotional reagieren. Das Projekt ist sehr wichtig für ihre Zukunft, die Nachhaltigkeit und für die Klimapolitik der neuen Generation und die kommenden Generationen. Wir müssen unser Verhalten überdenken und Gewohnheiten der Situation anpassen. Dazu gehört sicher auch ein Leben, mit wenig oder gar keinem Fleisch.

2. Wie geht es Ihnen mit den Tieren?
Abgesehen von der organisatorischen Aufgabe, die wir in unseren Alltag einbauen mussten, war es eine Verantwortung für Tiere, zu denen wir im normalen Leben keinen wirklichen Bezug hatten. Eine Bindung zu den Tieren hatten wir anfangs kaum. Doch wir gewöhnten uns sehr schnell an sie. Wir kamen uns schon vor, wie in der Serie „Unsere kleine Farm“. Es gefiel uns, Tiere auf unserem Grundstück zu halten. Es ist ein ganz anderes Leben.

3. Wie hat sich Ihr Leben mit den Lämmern verändert?
Nun, wir haben mehr diskutiert, jeder hatte seine Aufgabe, eine neue Verantwortung und unser Blick veränderte sich, was unsere Ernährungsgewohnheiten betrifft. Der Weg zum Markt oder zum Supermarkt war eine neue Herausforderung. Wie ernähren wir uns ohne Fleisch. Wie kaufen wir ein? Was dürfen wir essen, was nicht…

4. Wie sieht der Tagesablauf mit Ihren neuen Mitbewohnern aus?
Morgens die Lämmer aus ihrem Stall herauslassen. Füttern. Stall säubern. Heu nachfüllen und überprüfen, ob genug Wasser vorhanden ist. Im Laufe des Tages mehrmals das Gehege säubern und Heu nachfüllen. Am Abend, den Stall für die Nacht vorbereiten. Die Lämmer in den Stall bringen, das Gehege nochmals säubern.

5. Wie sind die Tiere bei Ihnen untergebracht?
Wir haben einen Garten, den wir umfunktioniert haben. Ein Stall wurde eigens für das Experiment gebaut. Das Gehege wurde eingezäunt.

6. Wer kümmert sich mehr um die Tiere – Sie oder die Kinder?
Wir haben uns für die klassische Arbeitsteilung entschieden. Je nachdem, wer gerade zu welcher Tages- oder Nachtzeit da war, hatte seine Aufgaben, die er täglich in seinen Alltag einbauen musste. Das hat eigentlich ganz gut funktioniert. Mit einigen Ausnahmen:-)

7. Dürfen die Lämmer auch zu Ihnen ins Haus?
Nein. Das kam nicht in Frage.

8. Hatten Sie vorher schon Erfahrung mit der Haltung von Tieren?
Alice hatte Erfahrung mit Katzen. Das betrifft auch die Kinder. Ich bin auf einer Farm aufgewachsen und habe auch sonst in meinem Leben viel mit Tieren gearbeitet. Besonders in der Serie „Forsthaus Falkenau“. Zudem hatte ich Anfang der 90’ziger ein eigenes Pferd. Genauso wie Hunde schon immer zu meinem Leben gehörten.

9. Was haben Sie bisher über die Eigenarten der Lämmer gelernt?
Sie brauchen nicht viel. Essen, trinken, schlafen. Sie melden sich, wenn sie unzufrieden sind. Die beiden Lämmer waren vom Wesen schon sehr unterschiedlich. Die eine war scheu und ängstlich, die Schwester aufmüpfig und frech.

10. Hat sich mit der Tierhaltung Ihr Blick auf den Fleischkonsum in irgendeiner Weise verändert?
Wir haben uns schon seit längerer Zeit mit dem Thema auseinandergesetzt. Nachhaltigkeit und Klima sind für uns ein wichtiges Thema. Die Kinder hatten sich damit noch nicht auseinandergesetzt. Deshalb waren wir an diesem Projekt so interessiert. Das war vielleicht ein guter Ansatz, sie zu überzeugen, dass wir achtsamer mit unserer Umwelt umgehen müssen.

11. Sind Ihnen die Lämmer ans Herz gewachsen?
Um ehrlich zu sein waren es sicher die Rituale und die veränderte Sicht der Dinge, die uns an die Tiere gebunden haben. Die Lämmer machten uns immer unmissverständlich klar, dass wir da sind, um dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht. Mehr nicht.

12. Wie gehen Ihre Kinder damit um?
Sie haben eine ganz klare Sicht der Dinge. Die Lämmer sind süß. Machen Spaß, doch auch viel Arbeit.

13. Wie sprechen Sie die Tiere an? Haben Sie Ihnen Namen gegeben?
Ja. Es war Alice, die sich für Hanni und Nanni entschieden hat.

14. Was für ein Gefühl ist das, am Ende über Leben und Tod zu entscheiden?
Wir haben während des Experiments viele verschiedene Sichtweisen kennengelernt. Vom Jäger, Schäfer, Metzger und Vegetarier. Der Tod gehört im Leben eines Schafes genauso dazu, wie für uns Menschen. Den Respekt vor anderen Lebewesen und der Natur dürfen wir nicht verlieren. Wir müssen achtsam damit umgehen.

15. Kommt nach dem TV-Experiment eine Fortsetzung der Tierhaltung für Sie infrage?
Wir haben über einen Vierseitenhof gesprochen. Vorstellen könnten wir uns das schon. Als erstes wird ein Hund unser neues Familienmitglied werden.

16. Fühlen Sie sich als prominente Familie bei diesem Experiment besonders beobachtet?
Es ist natürlich eine Verantwortung. Wir wollen dieses Experiment dazu nutzen, um andere zu sensibilisieren. Innerhalb der Familie wird schon kontrovers diskutiert. Das Thema polarisiert und das soll es auch. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir uns damit vielleicht nicht nur Freunde machen, doch für uns ist es wichtig, dass wir so sind, wie wir sind und das auch nach außen tragen.

 

Joey Kelly

1. Warum machen Sie bei diesem emotionalen TV-Experiment mit?

 

"Meine Frau und ich haben uns entschieden, bei dem TV-Experiment mitzumachen, weil es dabei um die spannenden Themen 'Fleischkonsum', 'Nachhaltigkeit' und 'Umweltschutz' geht. Das hat uns motiviert."

2. Inwiefern hat Sie das Projekt bisher verändert?

 

"Das Verhalten der Familie hat sich sehr verändert, insbesondere das der Kids. Die ticken ganz anders. Sie leben viel bewusster. Ich habe das Gefühl, dass z.B. ‚Greta‘ überall mit drinsteckt. Sie fragen nicht, sondern sie googeln selber die Infos. So tauchen sie in eine komplette Welt ein und können dann sagen: 'Stopp! Das ist gut für die Umwelt, das ist nicht gut. Das ist zu viel Konsum usw.' Ich finde das genial und würde es wieder machen."

3. Hat sich mit der Tierhaltung Ihr Blick auf den Fleischkonsum in irgendeiner Weise verändert?

 

"Diejenigen aus unserer Familie, die vorher schon kein Fleisch gegessen haben, fühlen sich bestätigt, dass sie irgendwie alles richtig machen. Leon und ich, die Fleisch essen, haben während des Experiments unseren Konsum direkt gefühlt um 50 bis 80 Prozent reduziert. Wir achten darauf, dass wir biologische Produkte oder nur Wild kaufen. Wenn sich dieses Verhalten bei jedem verändern würde, wäre das toll. Denn 95 Prozent der Deutschen essen Fleisch. Dann hätten wir direkt schon eine Reduzierung des Fleischkonsums um 50 bis 80 Prozent. Dann hätten wir diese Massenhaltung nicht mehr, würden nur noch regional kaufen und Fleisch würde so zum Luxusartikel werden. Als ich klein war – wir waren so bettelarm – haben wir, wenn überhaupt, nur einmal die Woche Fleischeintopf 'Irish Stew' gegessen. Zu Deutsch Gulasch."

4. Und das meistens sonntags, weil es ein feierlicher Anlass war?

 

(Lacht) "Das Gulasch oder 'Irish Stew' mit viel Kartoffeln und Gemüse drin hat oft drei Tage gehalten. Das war dann unser Kelly Family Fleischkonsum. Nachdem unsere Mutter verstorben war, hat unser Vater für uns gekocht. Er war nicht der beste Koch der Welt. Er konnte drei Rezepte: Irish Stew, Beans und Müsli - und die haben geschmeckt. Mit diesen Gerichten sind wir Kellys großgeworden."

Interview mit Dana Diekmeier

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1. Warum machen Sie bei diesem emotionalen TV-Experiment mit?
"Wir machen als Familie bei dem TV-Experiment mit, weil wir es als eine spannende und lehrreiche Erfahrung sehen. Wir denken, dass diese Tiere nicht einfach nur Nahrung für die Menschen sein sollten." 


2. Wie geht es Ihnen mit den Tieren? Wie hat sich Ihr Leben mit den Ferkeln verändert?
"Unser Leben hat sich sehr verändert, weil wir mit den zwei Ferkeln noch mehr Verantwortung haben und uns regelmäßig kümmern müssen. Egal ob es die Fütterung oder das Ausmisten des Stalls ist – da gibt es viel zu tun. Trotzdem macht es viel Spaß." 


3. Wie sieht der Tagesablauf mit Ihren neuen Mitbewohnern aus?
"Die Ferkel müssen morgens, mittags und abends gefüttert werden. Einmal am Tag ist Stall ausmisten und Kot entfernen angesagt. Anschließend wird Heu und Stroh neu gemacht. Gerade zu dieser Jahreszeit besonders wichtig: Bei Sonne müssen die Schweine mit Sonnencreme eingeschmiert werden, sonst kriegen sie einen Sonnenbrand."


4. Wie sind die Tiere bei Ihnen untergebracht?
"Die Ferkel sind in unserem Garten in einem Stall mit Innen- und Außengehege untergebracht. Der Stall wurde extra für die beiden Schweinchen neu gebaut. Nach dem Experiment wird alles wieder abgebaut und der Rasen erneuert."


5. Wer kümmert sich mehr um die Tiere – Sie oder die Kinder?
"Am meisten kümmere ich mich mit unserer ältesten Tochter Delani um die Schweine. Dennis hat leider eine Heu- und Strohallergie und kann sich deswegen nicht so lange im Stall aufhalten. Aber auch unsere jüngsten Kinder packen schon mal mit an."  


6. Dürfen die Ferkel auch zu Ihnen ins Haus?
"Nein, die Schweine dürfen aufgrund der aktuellen Seuchenschutzverordnung nicht mit ins Haus."


7. Hatten Sie vorher schon Erfahrung mit der Haltung von Tieren?
"Oh ja, wir sind absolute Tierliebhaber und kennen uns eigentlich gut aus in der Tierhaltung. Hunde zählen immer schon zu unseren Mitbewohnern und eigene Pferde haben wir auch." 
 
8. Was haben Sie bisher über die Eigenarten der Ferkel gelernt?
"Ferkel sind sehr schlaue Tiere und lernen schnell. Z.B. haben wir den beiden in kürzester Zeit 'Sitz' beigebracht. Da sie noch sehr jung sind, sind sie natürlich auch verspielt und haben uns den ganzen Rasen umgegraben." (lacht)

9. Sind Ihnen die Ferkel ans Herz gewachsen?
"Das kann man wohl sagen. Die Ferkel sind uns allen sehr ans Herz gewachsen. Wenn man sich wochenlang um diese Lebewesen kümmert, dann fällt es schwer, sie wieder abzugeben."

10. Wie gehen Ihre Kinder damit um?
"Die Kinder finden es super, Schweine im Garten zu haben und wir als Eltern finden es großartig, ihnen zu zeigen was sie eigentlich essen. Das ist für uns als Familie eine spannende Erfahrung."

11. Wie sprechen Sie die Tiere an? Haben Sie Ihnen Namen gegeben?
"Na klar, haben die beiden einen Namen bekommen. Als sie ankamen und wir erfahren haben, dass es Jungs sind, hat unser Sohn sie sofort Dodo und Didi genannt. Übrigens passend mit D zu uns allen in der Familie. 

12. Was für ein Gefühl ist das, am Ende über Leben und Tod zu entscheiden?
"Es ist ein schwieriges und unbekanntes Gefühl, aber gehört nun mal zu dem Experiment leider dazu."

13. Fühlen Sie sich als prominente Familie bei diesem Experiment besonders beobachtet? 
"Als prominente Familie fühlen wir uns nicht besonders beobachtet. Wir sind der Meinung, dass das Thema alle Menschen betrifft, egal welchen Beruf man hat."

 

Interview mit Alicia Ripka

1. Warum machen Sie bei diesem emotionalen TV-Experiment mit?
"Wir machen bei diesem emotionalen Experiment mit, weil wir dieses Projekt sehr spannend finden und ein wenig die Hoffnung haben, dass Thema 'Fleisch' mal mit anderen Augen zu betrachten."

2. Wie geht es Ihnen mit den Tieren?
"Wir haben die Tiere gesehen und mochten sie sofort, obwohl wir anfangs keine Hühner haben wollten." (lacht)

3. Wie hat sich Ihr Leben mit den Hühnern verändert?
"Unser Leben hat sich durch den Einzug der Hühner so verändert, dass wir schon direkt ab dem zweiten Tag auf Geflügelfleisch verzichtet haben. Unser Blick bzw. unsere 'Angst' gegenüber Hühnern hat sich absolut ins Positive gewendet."

4. Wie sieht der Tagesablauf mit Ihren neuen Mitbewohnern aus?
"Bei uns hat sich relativ schnell die Routine für die Versorgung der Tiere eingespielt, da wir ja selbst Tiere im Haushalt haben (Hunde & Hamster) war das für uns kein Problem."

5. Wie sind die Tiere bei Ihnen untergebracht?
"Die Tiere leben in einer für Sie haltungsgerechten Hühnervoliere aus Holz mit Dach. Die Voliere ist mit einem Drahtzaun umspannt und begehbar. Fun Fact: Sie haben ihr eigenes Metallschild an den Käfig mit der Aufschrift: 'Vorsicht hier wache ich. Betreten auf eigene Gefahr' angebracht bekommen." (lacht)

6. Wer kümmert sich mehr um die Hühner – Sie oder die Kinder? 
"Wir haben uns einen sogenannten 'Wochenplan' erstellt, bei dem wir jedes einzelne Familienmitglied so eingeteilt haben, dass für die Versorgung und das Training gesorgt ist. Zu den Arbeiten gehören, den Stall sauber zu halten, zu misten, zu schauen ob noch genug Futter vorhanden ist, frisches Wasser aufzufüllen und zu schauen, ob Eier gelegt wurden."

7. Dürfen die Hühner auch zu Ihnen ins Haus?
"Die Hühner dürfen leider nicht mit ins Haus, da z.Zt. wieder die 'Geflügelpest' kursiert."

8. Hatten Sie vorher schon Erfahrung mit der Haltung von Tieren?
"In Sachen Hühner waren wir überhaupt noch nicht erfahren, ansonsten kennen wir das Leben mit Tieren, z.B. durch unsere eigenen Haustiere. Wir haben zwei Hunde und einen Hamster. Übrigens legen sich unsere Hunde Wilma und Ben gerne mal vor den Stall und passen schön brav auf ihre Hühner auf." (lacht)

9. Was haben Sie bisher über die Eigenarten der Hühner gelernt?
"Wir haben über die Hühner gelernt, dass Sie beispielsweise auf Ihren Namen hören, sich sehr gut mit kleinen Leckerbissen trainieren lassen, dass Sie sehr freundlich und aufgeschlossen sind und das Schimpfwort 'dummes Huhn' überhaupt nicht zutrifft."

10. Hat sich mit der Tierhaltung Ihr Blick auf den Fleischkonsum in irgendeiner Weise verändert?
"Durch die ganzen Stationen, die wir quasi in diesem Projekt abgelaufen sind bzw. erleben durften, sieht und denkt man auf jeden Fall ganz anders mittlerweile über das Thema 'Fleischverzehr'."

11. Werden Sie Ihren Fleischkonsum ändern? 
"Wir denken auf jeden Fall darüber nach, etwas in Sachen Fleischkonsum zu ändern. Wenn wir mal Fleisch kaufen, dann nur noch vom Bio-Metzger. "

12. Zeichnet sich schon ab, wer in Ihrer Familie Vegetarier werden könnte? 
"Oh, ja! Ich bin jetzt schon zum Vegetarier geworden. Auch mein Mann, Christian, ist auf dem besten Weg dahin, auf Fleisch zu verzichten."


13. Wie gehen Ihre Kinder damit um?
"Unsere Kinder sind sehr stolz, im Besitz von Hühnern zu sein. Täglich frische Eier und 'Hühner Agility' macht Ihnen sehr viel Spaß. Sie haben ihnen z. B. beigebracht, durch einen Parkour aus kleinen Holzblumen zu laufen, durch Hula-Hoop-Reifen zu springen und Leckerbissen hinterher zu laufen. Und zu schauen, ob wieder ein gelegtes Ei vorhanden ist, ist jedes Mal wieder eine große Überraschung für die Kids. Wunderschön anzusehen ist auch, wie sich unsere große Tochter Lilly ganz trocken mit einem kleinen Stühlchen, Pizzabrötchen und Musik auf den Ohren, in die Voliere setzt und den Hühnern etwas vorsingt. Herrlich! "

14. Wie sprechen Sie die Tiere an? Haben Sie Ihnen Namen gegeben?
"Unsere Hühner haben die Namen Cindy (Abkürzung für Cinderella) und Toga bekommen. Die Namensgebung lief über unsere Kinder Lilly und Liah." (lacht)

15. Was für ein Gefühl ist das, am Ende über Leben und Tod zu entscheiden?
"Dieses Gefühl, am Ende über 'Leben oder Tod' zu entscheiden ist sehr schwierig und absolut emotional. Wenn man sich vorstellt, dass ein Tierleben daran hängt, wie ein Mensch entscheidet, da bekommt man schon Gänsehaut und einen dicken Kloß im Hals…"

 

Interview mit Wolfgang Ehmann

1. Warum machen Sie bei diesem emotionalen TV-Experiment mit?
"Wir essen sehr gerne und sehr viel Fleisch, würden diesen gerne reduzieren und mehr drauf achten wollen, nicht mehr im Discounter, sondern beim lokalen Metzger oder Bauern das Fleisch zu kaufen. Das Experiment ermöglicht uns auch, einmal hinter den Kulissen der Fleischindustrie zu gucken. Das ist sehr spannend!"

2. Wie geht es Ihnen mit den Tieren?
"Anfangs hatten wir eine große Abneigung gegenüber den Hühnern. Das hat sich zum Glück schnell gelegt."

3. Wie sieht der Tagesablauf mit Ihren neuen Mitbewohnern aus?
"Morgens ist Stallpflege angesagt. Tagsüber kommen die Hühner dann mal raus in den Garten und abends wird noch mal klar Schiff im Stall gemacht und gefüttert."

4. Wie sind die Tiere bei Ihnen untergebracht?
"Die Hühner leben in einem Gehege, wo noch ein zusätzlicher Stall integriert ist."

5. Wer kümmert sich mehr um die Tiere – Sie oder die Kinder?
"Meistens kümmern sich Melanie und ich uns um die Tiere. Die Kinder eher weniger. Paula füttert manchmal und Ben hilft mir, wenn ich etwas für die Hühner baue. Zum Beispiel hat er mir zuletzt bei der Hühnerleiter assistiert."

6. Dürfen die Hühner auch zu Ihnen ins Haus?
"NEIN, die Hühner dürfen nicht ins Haus. Weil die überall hinscheißen, und mit überall meine ich 'WIRKLICH ÜBERALL'." (lacht)

7. Hatten Sie vorher schon Erfahrung mit der Haltung von Tieren?
"Da wir einen Hund und eine Katze haben, sind wir nicht ganz so unerfahren in Sachen Tierhaltung."

8. Was haben Sie bisher über die Eigenarten der Hühner gelernt?
"Hühner sind schlauer als gedacht. Sie erkennen einen und wissen genau, wer zum Saubermachen in den Stall geht und wer die Leckerchen bringt. Sie haben sehr schnell gelernt, dass unser Hund, ein Rhodesian Ridgeback, keine Gefahr für sie ist."

9. Hat sich schon mit der Tierhaltung Ihr Blick auf den Fleischkonsum in irgendeiner Weise verändert?
"Auf jeden Fall! Seitdem kaufen und essen wir viel bewusster Fleisch."

10. Zeichnet sich schon ab, wer in Ihrer Familie Vegetarier werden könnte? Wenn ja, wer?
"Hauptsächlich bei Melanie zeichnet sich was in der Richtung ab. denn seit wir die Hühner haben, schmeckt ihr Fleisch nicht mehr so gut wie vorher."

11. Wie sprechen Sie die Tiere an? Haben Sie Ihnen Namen gegeben?
"Hey Ladies. Sie heißen Trude und Frieda. Die Namen haben ihnen Melanie und Paula gegeben. Für mich heißen die beiden immer 'Die Eine und die Andere'."

12. Was für ein Gefühl ist das, am Ende über Leben und Tod zu entscheiden?
"Es ist ein ganz komisches Gefühl, man möchte das eigentlich gar nicht entscheiden."

Das Experiment wird bei allen Familien von zahlreichen Experten begleitet: Experten, die die Familien rund um das Thema Fütterung unterstützen, Experten, die für die Gesundheit der Tiere da sind und Experten, die die Familien in den Umgang mit den Tieren einweisen. Über allem stehen die zuständigen Sachbearbeiter der Veterinärämter. Alle Experten wurden von den zuständigen Veterinärämtern bewilligt:

Dr. Jürgen Halizius ist Fachtierarzt für Schweine an der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Er wurde als Berater für das Experiment hinzugezogen. Er gilt als ausgewiesener Experte für Tierseuchenfragen und steht für allgemeine medizinische Einschätzungen als Experte zur Seite. Er hat u.a. in der Vorbereitungsphase unterstützt und umfänglich über Tierhaltungsbedingungen, Stallbeschaffenheit etc. aufgeklärt.

Tatjana Zimek ist seit über 30 Jahren professionelle Tiertrainerin und betreibt eine Tierfilmschule mit über 100 Tieren, u.a. 30 Hunde, 30 Katzen, Vögel, Hühner, Wildtiere und Schweine. Zimeks Tiere spielen etwa u.a. in den Filmen „Operation Walküre“ an der Seite von Tom Cruise oder in Kinohits wie in „Kokowääh 2“. Schweine sind sehr sensible Tiere, daher wurde für das Experiment entschieden, eine Tierexpertin vor Ort zu haben, die das Verhalten der Tiere gut lesen und den Tieren die Aufregung (Kameraarbeiten etc.) nehmen kann.

Schäfer Knut Kucznik betreibt eine Schafherde aus 450 Tieren der Rasse Deutsches Schwarzköpfiges Fleischschaf. Die Herde wird ganzjährig über Weidehaltung versorgt. Im Sommer rund um Altlandsberg (Brandenburg), ab September ist er einer der letzten Wanderschäfer Deutschlands. Knut Kucznik hat zwei seiner Lämmer für das Experiment zur Verfügung gestellt. Die räumliche Nähe zu Familie Krüger, die in Berlin Köpenick leben, war außerdem ausschlaggebend, da jeder Tiertransport Stress für die Tiere bedeutet.

Frank Weirauch betreibt eine Geflügelfarm in Duisburg-Friemersheim und versorgt Privatkunden in ganz NRW, die sich Legehennen oder Masthühner für den privaten Gebrauch zulegen möchten. Frank Weirauch verfügt über ein breites Netzwerk aus Experten, Veterinären und Haltern. Er hat die Hühner aus eigener Haltung Familie Ehmann sowie Familie Ripka zur Verfügung gestellt.

Claus Schwamborn ist ein konventioneller Kuhbauer aus dem Bergischen Land. Er wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Familie Kelly und hatte bereits vor der Sendung Kontakt mit der Familie, da Sohn Leon Kelly im Rahmen eines Schülerpraktikums bei ihm erste Erfahrungen in der Rinderhaltung sammeln konnte. Die räumliche Nähe war hier außerdem wichtig, da die Tiere täglich mit großen Mengen Futter versorgt werden mussten, die Claus Schwamborn regelmäßig vorbeigebracht hat: Täglich bspw. 60 Kilo Silage, frisches Stroh für den Stall.

Die Tiere aus „GewissensBISSE? Das Fleischexperiment“ stammen von professionellen Tierhändlern oder von Erzeugergemeinschaften (Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe). Die Tiere weisen alle erforderlichen Zertifikate zur Tiergesundheit (Impfungen, Entwurmkuren etc.) vor. Es sind Tiere, die unabhängig von dem Experiment, für die Schlachtung gezüchtet wurden.

Es werden Schweine, Kälber, Lämmer und Hühner in die Familien vermittelt. Die Familien bekommen, nach Vorgabe der Veterinärämter, jeweils zwei Tiere zur Haltung. Diese bleiben rund vier Wochen bei den Familien.

Entscheiden sich die Familien am Ende des Experiments gegen eine Schlachtung der Tiere, werden diese von „Gut Aiderbichl“ übernommen. Die Verbundkette aus mehreren Dutzend Gnadenhöfen (in Deutschland, Österreich und der Schweiz) nimmt sich der Tiere an und versorgt sie bis an ihr natürliches Lebensende. Im Falle der Lämmer würden diese zum Schäfer Knut Kucznik zurückkehren. Theoretisch dürften die Tiere am Ende des Experiments auch in den Familien bleiben.

Jede der Familien trifft vor oder hinter der Kamera auf vom Veterinäramt bewilligte Experten, die ihnen eine praktische Einweisung am Tier geben (Haltung, Fütterung etc.) und sie durch das Experiment begleiten. In Fällen wie bspw. der Fütterung der Kälber werden die Familien von Fachberatern unterstützt. Zudem wurde gemeinsam mit Fachberatern ein Handout erstellt, in dem alle wesentlichen Informationen zum Thema Tierhaltung festgehalten wurden (Fütterung, Stallpflege, Krankheitsvorsorge, Notfälle). Jede Familie bekommt zudem regelmäßig Besuch des zuständigen Veterinäramtes.

Für das Experiment ist es wichtig, dass die Teilnehmer die Grundbedingungen für eine private Tierhaltung erfüllen, wie u.a. Größe des Gartens, physische Präsenz während des Experiments, die Tierhaltung muss im Einzugsgebiert erlaubt sein und das das zuständige Veterinäramt muss zustimmen. Die Familienmitglieder müssen (zumindest in Teilen) aus Überzeugung gerne Fleisch essen, auch das Fleisch, das zu ihnen in Form des Nutztieres kommt.

Der jährliche Fleischverbrauch hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Lag der durchschnittliche weltweite Jahreskonsum 1990 noch bei 33,5 Kilogramm pro Kopf, waren es 2018 bereits 42,9 Kilogramm. In Deutschland liegt der durchschnittliche Jahreskonsum an Fleisch bei 78,8 kg pro Kopf. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

5% aller Deutschen ernähren sich vegetarisch, ein weiteres Prozent (1%) vegan. Alle anderen konsumieren Fleisch. 55% davon sind „Flexitarier“, d.h. sie verzichten gelegentlich bewusst auf Fleisch. (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) Der Einsatz von Fleischersatzprodukten steigt. Einer Studie zufolge könnte der Anteil von konventionellem Fleisch bis 2045 nur noch 40 Prozent betragen könnte. Dagegen stehen Laborfleisch mit 35% und Fleischersatzprodukte mit 25%. (Quelle: Infografik: https://www.boell.de/de/2021/01/06/fleischalternativen-vegetarischer-und-veganer-fleischersatz-waechst)

2019 wurden in Deutschland 26.600 Tonnen Fleischersatzprodukte verkauft – das entsprach einem Jahresumsatz von 273 Millionen Euro. Zum Vergleich: Mit Fleisch und Wurst wurden einem Bericht zufolge im selben Zeitraum 40,1 Milliarden Euro umgesetzt. (Quelle: Fleischatlas 2021 – Heinrich-Böll-Stiftung)

2019 wurde der weltweite Hühnerbestand auf rund 25,9 Milliarden Tiere geschätzt. Damit würden mehr als dreimal so viele Hühner wie Menschen auf der Erde leben. (Quelle: Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)) Der Schweinebestand lag 2020 weltweit bei 683,07 Millionen Tieren. (Quelle: Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten)

Pro Tag werden hierzulande laut Statistischem Bundesamt im Schnitt mehr als zwei Millionen Tiere geschlachtet – darunter 1,7 Millionen Hühner, 151.000 Schweine und 94.000 Puten. Damit werden jährlich über 620 Millionen Hühner und 55,19 Millionen Schweine in Deutschland geschlachtet. (Quelle: Statistisches Bundesamt / Quelle: Marktinfo Eier & Geflügel & DESTATIS 2019 www-genesis.destatis.de, Tabellen: 41331-0001 und 41322-0001)

In Deutschland gibt es aktuell 3.878 Schlachthöfe, in denen Rinder geschlachtet werden. (Quelle: Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)). Täglich werden dort 9.348 Rinder geschlachtet. Das sind 3,41 Millionen pro Jahr. (Quelle: Statistisches Bundesamt).

In Deutschland gibt es schätzungsweise 1.500 unterschiedliche Wurstsorten. (Quelle: Deutscher Fleischer-Verband. (12. Oktober, 2020))

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