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Faking Hitler

Faking Hitler

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Am 25. April 1983 präsentiert das deutsche Magazin STERN der Öffentlichkeit eine Weltsensation: Die privaten Tagebücher von Adolf Hitler. Ein Jahrhundert-Coup! Nur wenige Tage später stellt sich heraus, dass sie gefälscht sind. Für den STERN, der zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Millionen D-Mark für die Tagebücher gezahlt hatte, eine Riesenblamage, die sich zum größten deutschen Medienskandal der Nachkriegszeit ausweitet, ausgelöst durch einen Reporter des STERN und einen Kunstfälscher aus der schwäbischen Provinz.

+ + + Trailer auf YouTube und hier die Serie im Stream auf RTL+ + + +

RTL+ zeigt die hochkarätig besetzte Serie „Faking Hitler“ ab 30. November 2021. Der Sechsteiler „Faking Hitler“, produziert von der UFA Fiction, ist eine fiktionalisierte Verfilmung der Geschehnisse rund um die Veröffentlichung der Hitler Tagebücher und setzt sich dabei mit aktuell wichtigen Themen wie Fake News, der Verharmlosung des Nationalsozialismus und der Verführbarkeit von Menschen auseinander. Neben den fiktiv erzählten Ereignissen um STERN-Reporter Gerd Heidemann und Kunstfälscher Konrad Kujau – beide kongenial verkörpert von Lars Eidinger („25 km/h“, „Nahschuss“) und Moritz Bleibtreu („Cortex“, „Der Baader Meinhof Komplex“) – handelt die sechsteilige Serie vor allem auch von der STERN-Jungredakteurin Elisabeth Stöckel, gespielt von Sinje Irslinger („Gott, du kannst ein Arsch sein!“).

Neben Lars Eidinger, Moritz Bleibtreu und Sinje Irslinger gehören Hans-Jochen Wagner („Tatort“) als STERN-Journalist, Daniel Donskoy („The Crown“, „Sankt Maik“) als Investigativ-Journalist Leo Gold, Ulrich Tukur („Tatort“, „Grzimek“) als Universitätsprofessor Hans Stöckel, Jeanette Hain als Edda Göring sowie in weiteren Rollen Tristan Seith, Richard Sammel, Ronald Kukulies, Lukas T. Sperber, Britta Hammelstein und Hanna Plaß zum hochkarätigen Darstellerensemble.

Geschichte

Gerd Heidemann (Lars Eidinger) braucht einen echten Knüller. Der Star-Reporter des STERN hat schon lange nichts mehr geliefert und steht unter Druck. Konrad Kujau (Moritz Bleibtreu), ein Kleinkrimineller und Kunstfälscher, wiederum braucht Geld. Er lebt davon, als Dr. Konrad Fischer gefälschte Devotionalien an Altnazis und Devotionaliensammler zu verkaufen. Als er ein Bild Hitlers mit dessen Widmung versieht und damit für Begeisterung bei seinen Abnehmern sorgt, ist die – für ihn geniale – Idee geboren: Hitlers Tagebücher zu schreiben und zu verkaufen. Über Umwege gelangt eines der Bücher in die Hände Heidemanns – und es ist genau der Knüller, von dem dieser geträumt hat. Von nun an setzt er alles daran, die Bücher für den STERN zu erwerben. Während sich so zwischen „Conny“ und „Gerd“ eine trügerische Männerfreundschaft entwickelt, die auf Lügen basiert und den jeweils eigenen Vorteil im Blick hat, sucht Heidemann auf Druck der STERN-Geschäftsführung gleichzeitig fieberhaft nach stichhaltigen Beweisen für die Echtheit der Bücher. Trotz einiger Zweifel ist man in Hamburg entschlossen, die Bücher schneller als geplant zu veröffentlichen. Währenddessen wird STERN-Jungredakteurin Elisabeth Stöckel (Sinje Irslinger) von dem jungen jüdischen Investigativ-Journalisten Leo Gold (Daniel Donskoy) mit der NS-Vergangenheit ihres Vaters (Ulrich Tukur) erpresst. Mit Elisabeths Hilfe will Gold die Veröffentlichung der Tagebücher verhindern.

Hintergrund

„Faking Hitler“ ist eine UFA Fiction Produktion für RTL+ unter dem Dach der Bertelsmann Content Alliance. Der Titel ist inspiriert vom preisgekrönten Podcast „Faking Hitler – die wahre Geschichte der Hitler-Tagebücher“ des STERN, der den Fall anhand von Original-Tonbandaufnahmen journalistisch aufarbeitet. Produzenten sind Tommy Wosch (Showrunner) und Markus Brunnemann, Producer sind Viola-Franziska Bloess und Luisa Laute. Regie führen Wolfgang Groos und Tobi Baumann nach Drehbüchern von Tommy Wosch, Annika Cizek und Dominik Moser. Die Kamera führten Ahmet Tan und Philipp Kirsamer. Die Redaktion liegt bei Brigitte Kohnert und Manuel Schlegel unter der Leitung von Hauke Bartel, Bereichsleitung Fiction RTL Deutschland. Gefördert wurde die Produktion von „Faking Hitler“ durch die Film- und Medienstiftung NRW, dem German Motion Picture Fund und der Verwertungsgesellschaft Rundfunk.

Eine Besonderheit: sehbeeinträchtigten und blinden Zuschauern wird ein uneingeschränktes Serien-Erlebnis von "Faking Hitler" ermöglicht. Mit der kostenlosen GRETA-App kann parallel zum Streaming-Abruf eine Audiodeskription, also eine audiovisuelle Beschreibung der Geschehnisse, abgerufen werden. Die Serie ist auch untertitelt.

Die offizielle "Faking Hitler"-Playlist mit allen Songs aus der Serie ist hier auf Deezer zu finden.

Cast

Lars Eidinger / Gerd Heidemann
Moritz Bleibtreu / Konrad Kujau
Sinje Irslinger / Elisabeth Stöckel
Hans-Jochen Wagner / Felix Bloom
Daniel Donskoy / Leo Gold
Ulrich Tukur / Hans Stöckel
Tristan Seith / Theo Kalg
Richard Sammel / Rudolph Michaelis
Ronald Kukulies / Richard Dreier
Britta Hammelstein / Agnes Schonert
Hanna Plaß / Gabi Nüssle
Jeanette Hain / Edda Göring
Lukas T. Sperber / Thomas Melchior
u.v.m.

Stab

Produktion / UFA Fiction GmbH im Auftrag von RTL+
Produzenten / Tommy Wosch (Showrunner), Markus Brunnemann
Regie / Wolfgang Groos, Tobi Baumann
Drehbuch / Tommy Wosch, Annika Cizek, Dominik Moser
Producer / Viola-Franziska Bloess, Luisa Laute
Kamera / Ahmet Tan, Philipp Kirsamer
Redaktion / Brigitte Kohnert, Manuel Schlegel
Leitung Fiction RTL Deutschland / Hauke Bartel
Förderung / Film- und Medienstiftung NRW, German Motion Picture Fund, Verwertungsgesellschaft Rundfunk

Episode 1

Gerd Heidemann braucht einen echten Knüller. Der Star-Reporter des STERN hat schon lange nichts mehr geliefert und steht unter Druck. Konrad Kujau wiederum braucht Geld. Er lebt davon, als Dr. Konrad Fischer gefälschte Devotionalien an Altnazis und Devotionaliensammler zu verkaufen. Als er ein Bild Hitlers mit dessen Widmung versieht und damit für Begeisterung bei seinen Abnehmern sorgt, ist die Idee geboren: Hitlers Tagebücher zu schreiben. Über Umwege gelangt eines der Bücher in die Hände Heidemanns – und es ist genau der Knüller, von dem er geträumt hat, er muss die Bücher unbedingt für den STERN sichern. Dort hat auch die Jungredakteurin Elisabeth Stöckel einen journalistischen Knüller aufgespürt: Die NS-Vergangenheit des Derrick-Schauspielers Horst Tappert. Bei der Recherche in dessen SS-Akten stößt sie indes auf den Namen ihres Vaters, des Juraprofessors Hans Stöckel.

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Episode 2

Auf der Suche nach Beweisen für die Echtheit der Tagebücher reisen Gerd Heidemann und Felix Bloom nach Brammbach in die DDR. Sie suchen nach Überresten eines Flugzeugs, das mit persönlichen Dokumenten Hitlers an Bord abgestürzt sein soll. Nachdem Kujau seine Zurückhaltung gegenüber Heidemann ablegt und ebenfalls ins Geschäft kommen möchte, müssen nur noch die Verantwortlichen des STERN die Zahlungen freigeben. Doch wie werden diese reagieren, wenn Heidemann und Bloom sie in die Geschichte einweihen? Hans Stöckel kann seine NS-Vergangenheit nicht länger verbergen. Elisabeth will ihm helfen und weiß auch schon wie. Bei ihrer illegalen Aktion nach Feierabend in der STERN-Redaktion wird sie heimlich beobachtet.

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Episode 3

Ein Echtheitsgutachten der Tagebücher erfordert Vergleichsschriften. Heidemann bittet Kujau um Hilfe, woraufhin Kujau einige Briefe Hitlers an den STERN schickt – ebenfalls von ihm gefälscht. Um die Persönlichkeitsrechte von Hitlers Erben zu sichern, reist Heidemann nach Boston und trifft eine Cousine Hitlers. Dort erhält er einen Anruf von Bloom, das Ergebnis des Gutachtens steht fest. Der jüdische Aktivist Leo Gold erpresst Elisabeth, möchte Informationen über die Bücher, sonst verrät er sie und ihren Vater. Als sie versteht, in wessen Auftrag Leo Gold die vermeintlichen Hitler-Tagebücher verhindern will, hat sie eine Idee, wie sie sich gegenseitig nützlich sein können und wie sie mit seiner Unterstützung beim STERN weiterkommt.

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Episode 4

Heidemann und Bloom führen Verhandlungen mit dem US-Medienmogul Clark, um den Ankauf weiterer Tagebücher finanzieren zu können. Die Übergabe eines Faktendossiers endet in einem Desaster. Es droht eine Vorveröffentlichung in Amerika. Beim STERN muss es nun schnell gehen – und die Redaktion eingeweiht werden. Gold erklärt Elisabeth, warum er die Veröffentlichung verhindern will. Weil er zudem sicher ist, dass die Bücher gefälscht sind, will er Kontakt zum Lieferanten herstellen – mit Elisabeths Hilfe, die unwissentlich Verbindungen zu dessen Abnehmer, dem NS-Devotionaliensammler Herbert Strunz, hat. Bevor es zum Treffen mit Kujau kommt, erfährt Elisabeth von Strunz etwas über ihren Vater, das sie aus der Fassung bringt.

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Episode 5

Unter großem Zeitdruck muss die anstehende STERN-Sonderausgabe erstellt werden – die Redaktion weiß aber noch nichts von den Tagebüchern. Als sie informiert wird, deklariert Elisabeth diese als Fälschung, und Bloom reagiert drastisch. Panisch dagegen reagiert Kujau, als er von der bevorstehenden Veröffentlichung hört. Mit einem unschlagbaren Argument will er Heidemann unter Druck setzen, seine Identität zu wahren. Gold will mit Elisabeth den Schriftgutachter überzeugen, dass die Tagebücher gefälscht sind – bei der Pressekonferenz, auf der die „Weltsensation“ verkündet wird, sitzt er jedoch mit auf dem Podium. Was er dort aber von sich gibt, ist nicht das, was sich der STERN erhofft hat. Die Veranstaltung wird zum Debakel – und der STERN muss nun alles dafür tun, seine Glaubwürdigkeit zu retten.

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Episode 6

Der STERN gibt sich nach der Veröffentlichung der Tagebücher weiter von ihrer Echtheit überzeugt, ein Gutachten des BKA bringt schließlich Klarheit. Kujau stellt sich den Behörden, und auch Heidemann muss die Verantwortung für seinen Beitrag zu den Tagebüchern tragen. Beim anschließenden Prozess möchte Heidemann mit Tonaufnahmen seine Unschuld beweisen, doch Kujau hat seine eigenen Argumente. Das Gericht überrascht mit seinem Urteil. Hans Stöckel stellt sich endlich seiner Vergangenheit und Elisabeth steht vor ihrem Comeback beim STERN. Sie bekommt von Felix Bloom eine wichtige Aufgabe.

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Die Figur GERD HEIDEMANN

Gerd Heidemann ist der Star-Reporter des STERN. Er gilt als Spürhund, als fleißiger und furchtloser Reporter, ist weltgewandt und hat einen Schlag bei den Frauen. Ein Mann mit Nazifetisch, distanz- und haltungslos, stolzer Besitzer der Göring Yacht „Carin II“ und Bettgefährte von Görings Tochter Edda. Als er sein mittlerweile 25-jähriges Jubiläum beim STERN feiert, liegt Heidemanns letzter Erfolg schon eine Weile zurück und er steht bei der Chefredaktion in der Kritik. Er braucht dringend einen neuen Knüller – und wittert ihn, als er bei einem Sammler von NS-Devotionalien zufällig auf ein Tagebuch Hitlers stößt. Er macht den Lieferanten ausfindig – Konrad Kujau alias Dr. Konrad Fischer –, erwirbt sein Vertrauen, bis sich eine Art Freundschaft zwischen ihnen entwickelt. Besonders Heidemann initiiert in den Gesprächen schnell eine Männerfreundschaft und man kann erahnen, was sein Trick ist. Er ist verbindlich, fürsorglich, er überwindet mühelos jegliche Distanz zu seinem Gegenüber, und zwar ganz egal, ob es sich um eine Nazigröße oder einen Stasimann handelt.
Heidemann überzeugt die Verlagsleitung die Tagebücher von Kujau zu erwerben – bis der STERN nach und nach immer weitere Millionen bereitstellt, um immer mehr Tagebücher anzukaufen. Doch was treibt ihn wirklich an – glaubt er tatsächlich bis zum Schluss an die Echtheit der Tagebücher? Hält er Kujau wirklich für einen Freund? Und wo verbleibt das Geld, das der STERN ihm für den Kauf der Bücher zur Verfügung stellt? Wer kann es so genau sagen – außer ihm selbst.

Die Figur KONRAD KUJAU

Der scheinbar naive Menschenfreund und Glückspilz Konrad Kujau ist ein Improvisationsgenie, dem man sofort vertraut. Bauernschlau und schlitzohrig verkauft er unter seinem Pseudonym Dr. Konrad Fischer größtenteils selbst gefälschte Devotionalien aus dem Dritten Reich an Altnazis und Sammler von NS-Devotionalien. Nach dem Verkauf eines angeblich von Hitler gemalten Bildes, kommt ihm die Idee, die Tagebücher des Führers zu fälschen – die perfekte Möglichkeit, seinen vorzeitigen Ruhestand und die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin Agnes und seiner Affäre Gabi zu finanzieren. Erst geht es Kujau dabei nur um Geld, aber dann sieht er die Chance, der Welt zu beweisen, was er draufhat. Er sehnt sich nach Ruhm und nach Anerkennung - das ist seine Achillesferse. Mit seiner naiv-freundlichen Art und Verführungskünstler durch und durch, schafft Kujau es, dass Gerd Heidemann ihm vertraut und immer mehr Geld für immer mehr Tagebücher auf den Tisch legt. Kujau ist schon bald auf dem Weg, mit seinen Tagebüchern große Teile der deutschen Geschichte zu verzerren. Denn sein Hitler ist ein gutmütiger, sympathischer Kerl, der sich mit Banalitäten herumärgern muss, die Reichskristallnacht aufs Schärfste verurteilt und sich permanent mit Eva Braun wegen irgendwelcher Kleinigkeiten zankt. Ein Typ wie du und ich und die Absolution für all diejenigen, die diesem Hitler bedingungslos gefolgt sind. Doch was treibt Kujau an – und warum schreibt er, was er schreibt? Tut er es aus Kalkül oder aus Mangel an schriftstellerischen Mitteln? Wer kann es so genau sagen – außer ihm selbst.

Die Figur ELISABETH STÖCKEL

Elisabeth Stöckel ist frischgebackene Jungredakteurin, die sich tapfer durch die männerdominierte Welt des STERN der 1980er Jahre kämpft. Mit Hartnäckigkeit schafft sie es ins Ressort „Hintergrund“, ihr Kollege Felix Bloom erkennt ihre Qualitäten und protegiert sie. Einige Stufen unterhalb des Star-Reporters Heidemann möchte sie, im Ressort „Hintergrund“, die SS-Vergangenheit von Horst Tappert aufdecken. Ihre männlichen Kollegen – allen voran Theo Kalg, mit dem sie die Geschichte um Tappert bearbeiten soll – lassen sie aber sehr deutlich spüren, was sie von einer Frau in ihrem Hoheitsgebiet halten. Elisabeth ist ein temperamentvoller Freigeist und hat beim Trampen den gutaussehenden Hamburger Thomas kennengelernt, mit dem sie sich auf eine romantische Beziehung einlässt. Doch ihre Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie bei ihren Recherchen zu Tappert entdeckt, dass ihr Vater bei der SS war. Ein großer Schock für Elisabeth. Weil ihr Vater Hans Stöckel ihr zunächst glaubhaft versichern kann, dass die Dinge ganz anders liegen als es scheint, vernichtet Elisabeth beim STERN Beweise, die seine Vergangenheit bei der SS belegen. Dabei wird sie von Leo Gold beobachtet und fotografiert, der die Veröffentlichung der Tagebücher durch den STERN verhindern möchte. Sie wird von ihm erpresst, ihn bei seinem Vorhaben zu unterstützen, und gerät zwischen die Fronten. Elisabeth will stets das Richtige tun, ist ehrlich und schlagfertig. Sie träumt von einer großen Karriere im Journalismus und setzt diese aber mit ihrem Einsatz, die Veröffentlichung der Tagebücher zu verhindern, aufs Spiel.

Die Figur LEO GOLD

Leo Gold ist ein junger jüdischer Aktivist, der die NS-Vergangenheit derjenigen aufdecken möchte, die wichtige Positionen in der deutschen Nachkriegsgesellschaft bekleiden. Er versorgt den STERN mit den SS-Mitgliederlisten, anhand derer die junge Redakteurin Elisabeth Stöckel zu Horst Tappert recherchiert. Als er erfährt, dass der STERN die Veröffentlichung von Tagebüchern Hitlers plant, setzt er alles daran, dies zu verhindern. Zugute kommt ihm dabei, dass Elisabeth die SS-Vergangenheit ihres Vaters vertuschen möchte – als sie im STERN Beweise dafür vernichtet und er das beobachtet und fotografiert, benutzt er diese Information, um sich ihre Unterstützung zu sichern. Doch Leo Gold hat gute Gründe für sein Handeln, denn für ihn sind die Bücher eine ungeheuerliche Verharmlosung der Person Hitlers und seiner Taten, die auch seine Familie nicht verschont haben. Er ist zudem überzeugt davon, dass die Bücher eine Fälschung sind – und er möchte auch Elisabeth davon überzeugen.

Die Figur HANS STÖCKEL

Hans Stöckel ist bekennender Linker und Jura-Professor, der an der Uni für seine klugen, linksliberalen Ideen gefeiert wird. Er ist für seine Aufrichtigkeit und Haltung bekannt. Dann jedoch entdeckt seine Tochter Elisabeth, eine junge STERN-Redakteurin, bei einer Recherche ein Foto, das ihn in SS-Uniform zeigt. Das Bild, das er in den letzten Jahrzehnten von sich selbst gezeichnet hat, droht in sich zusammen zu brechen. Hans Stöckel ist hilflos und flüchtet sich seiner Tochter gegenüber in Erklärungen, die Elisabeth zunächst glaubt und glauben möchte. Dann aber wird sie von Leo Gold mit der Offenlegung seiner Vergangenheit erpresst und bei weiteren Recherchen mit immer neuen Tatsachen über ihren Vater konfrontiert. So wird es für Hans Stöckel immer schwieriger, die zunehmend offensichtliche Lüge über seine Vergangenheit aufrecht zu erhalten, und er wird von Elisabeth vor Entscheidungen gestellt.

Statement RTL Deutschland

STATEMENT HAUKE BARTEL, LEITER FICTION RTL DEUTSCHLAND:
„Der Fall gilt als einer der größten Medienskandale der deutschen Nachkriegszeit. Obwohl er inzwischen fast 40 Jahre zurückliegt, ist er in vielerlei Hinsicht nach wie vor aktuell. Er handelt von Fake News, Machtmissbrauch, Geschlechterrollen und der bedingungslosen Jagd nach der nächsten Sensations-Geschichte – Themen, die uns alle auch aktuell wieder beschäftigt und für Schlagzeilen gesorgt haben. Deshalb mussten wir auch nicht lange überlegen, als Tommy Wosch mit seiner Idee angeklopft hat. Zusammen mit den Kolleg:innen vom STERN und der gesamten Content Alliance wagen wir den selbstironischen Blick auf die eigene Vergangenheit und deren Aufarbeitung. Tommy hat zusammen mit dem Team der UFA Fiction die Geschichte neu und sehr unterhaltsam umgesetzt, von Wolfgang Groos und Tobi Baumann großartig inszeniert. Mein herzlicher Dank gilt außerdem unserem Cast, allen voran unseren drei Hauptdarstellern Moritz Bleibtreu, Lars Eidinger und Sinje Irslinger, die ihre Rollen brillant gespielt haben. Jetzt hoffe ich, dass die Serie selbst für Schlagzeilen sorgt – natürlich für positive.“

Statement UFA Fiction

STATEMENT MARKUS BRUNNEMANN, GESCHÄFTSFÜHRER UND PRODUZENT UFA FICTION:
„Als Tommy mir den Stoff gepitcht hat, war ich sofort überzeugt. Eine Geschichte über den größten Medienskandal Deutschlands in den frühen 80er Jahren, sogar einer der größten Medienskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte – eine Story, wie sie kaum fassbar ist. Damals wie heute. „Faking Hitler“ ist eine filmkünstlerische Auseinandersetzung mit den Geschehnissen von damals. Die sechsteilige Serie erzählt von der Faszination der Verführung und der Verführbarkeit. Es geht um aktuelle Themen wie Fake News und die Verharmlosung des Nationalsozialismus. Die inhaltlichen Themen sind von den 80er auf heute überführbar und aktueller denn je. Deswegen ist dieses Programm für uns und die UFA außerordentlich wichtig. Wir wollen Menschen unterhalten, gleichzeitig sehen wir die Verantwortung, die wir mit unseren Programmen haben.

Das Projekt ist in enger Zusammenarbeit mit und unter dem Dach der Bertelsmann Content Alliance entstanden. So konnten wir die Kompetenzen für ein bestmögliches Ergebnis bündeln. Unser Dank gilt daher dem STERN, RTL und der Bertelsmann Content Alliance, die dieses Projekt von Anfang an sehr stark unterstützt haben.

Mit unserem großartigen Cast, allen voran Lars Eidinger und Moritz Bleibtreu, aber auch Sinje Irslinger, Daniel Donskoy und Ulrich Tukur oder Hans-Jochen Wagner und Jeanette Hain und Britta Hammelstein, sowie unserem außergewöhnlichen Team mit all ihren Gewerken und Abteilungen, haben wir viel Kraft und Leidenschaft in dieses Projekt gesteckt und alle haben dazu beigetragen, diese Serie in einem unglaublich engen Zeitrahmen umzusetzen. Wir freuen uns daher sehr, dass RTL unser Programm als eines der ersten Highlights ausgewählt hat, die zum Start von RTL+ gelauncht werden. In diesem Umfeld stattzufinden, zeugt davon, wie wichtig auch unseren Partnern dieses Projekt ist. Und der letzte große Dank geht an unseren Produzenten und Headautoren Tommy Wosch, der die Idee zu diesem spannenden Projekt hatte, und unsere Serie mit außerordentlich viel Engagement produziert und begleitet hat.“

Interview Produzent

INTERVIEW MIT PRODUZENT UND SHOWRUNNER TOMMY WOSCH

Woher kam die Idee zu diesem Projekt? Wie waren die ersten Schritte zur Produktion?

In meiner Jugend in Bayern Anfang der 80er hingen in den Wirtshäusern Bilder von SS-Soldaten, darunter stand: „Unsere gefallenen Helden“. Im Freibad schnallten sich die alten Männer ihre Beinprothesen ab und erzählten stolz von ihren Gräueltaten im zweiten Weltkrieg. Wenn einer beim Dorffest „Heil Hitler“ brüllte, wurde schnell beschwichtigt: „Der Toni ist ganz ein Lieber, aber der verträgt halt kein Bier.“ Als ich in den 90er Jahren Jura in Augsburg studierte, erzielten die Republikaner 21% bei den Europawahlen, und in unserer juristischen Bibliothek standen immer noch Lehrbücher von Nazijuristen. Dann Hoyerswerda, Rostock und Mölln, die NSU-Morde, Pegida, die Flüchtlingskrise und die AfD. Wie viel Rechtsradikalismus gibt es wirklich in Deutschland? Wie viele Ausländerfeinde und Antisemiten leben unter uns und vor allem wo? Beschränkt sich Nationalsozialismus seit dem Dritten Reich wirklich auf Randgruppen, oder gibt es einen tiefverwurzelten Rechtsradikalismus in der Mitte der Gesellschaft. Mit diesen Fragen wollte ich mich fiktional auseinandersetzen. Die Geschichte um die gefälschten Hitler-Tagebücher schien mir ein idealer Ansatz zu sein: In einer Gesellschaft, in der selbst ein linksliberales Magazin Geschichtsrevisionismus veröffentlicht, muss man grundsätzlich überall mit Rechtsradikalismus rechnen. Nachdem ich das erste Konzept geschrieben hatte, bat ich Nico Hofmann, einen Kontakt zum STERN herzustellen, der es wiederum der Bertelsmann Content Alliance vorgestellt hat. Die Kolleg:innen von RTL haben dann sehr schnell und unbürokratisch „Faking Hitler“ bestellt. Danke an Nico und Danke an RTL und die Alliance!

Die Geschichte der Tagebücher ist weithin bekannt. Warum jetzt „Faking Hitler“? Was erzählen Sie Neues?
Wir beschränken uns nicht auf die Geschichte der Hitler-Tagebücher, sondern beschäftigen uns ausgiebig und liebevoll mit den 80er Jahren. Dieses Jahrzehnt ist das Lieblingsjahrzehnt der Deutschen. Anfang der 80er liegen zwei Weltkriege hinter Deutschland, die Teilung, der heiße Herbst. Jetzt soll es endlich mal lustig werden und sexy und unpolitisch und auch sinnlos. Ich selbst war 13 als Trio „Da Da Da“ gesungen haben. Ich war begeistert. Erwachsene, die etwas Sinnloses singen und andere Erwachsene, die das gut finden. Das hat mir echt Mut gemacht. Aber diese Sehnsucht nach Leichtigkeit und Vergessen war natürlich auch gefährlich. Auch von dieser Gefahr erzählt unsere Serie.

Es drängt sich unweigerlich ein Vergleich mit „Schtonk!“ auf. Was macht „Faking Hitler“ anders?
„Schtonk!“ gehört mit „Sommer vorm Balkon“, „Kroko“, „Gundermann“ und „Das Boot“ zu meinen fünf deutschen Lieblingsfilmen. Ich finde diesen Film geradezu unglaublich unterhaltsam und komisch. Um diese durchschlagende Komik zu erzielen, haben die Macher darauf verzichtet auf die wirklich tragische Seite dieser Geschichte einzugehen. Für eine Satire ist das legitim. „Schtonk!“ brauchte Kujau als Heldenfigur. Mit ihm sollen die Zuschauer:innen mitgehen, mit ihm sollen sie lachen. Da haben wir ein anderes Konzept: In der ersten Folge soll unser Kujau das Publikum verführen, sie sollen ihn mögen, ihm gönnen, sie sollen ihm Fehler verzeihen. Und diese Fehler kommen dann auch nach und nach und am Ende die Erkenntnis, dass dieser Kujau kein sympathischer Kleinkrimineller war, nicht nur der kleine Mann von der Straße, der es denen da oben mal richtig gezeigt hat, sondern vor allem der Mann, der beinahe unser komplettes Hitlerbild über den Haufen geschmissen hätte. Adolf Hitler kein Monster, sondern ein gemütlicher Du und Ich, der vom Holocaust nichts wusste. Die Antwort auf die Frage, ob er das „nur“ aus Geldgier gemacht hat oder auch aus Überzeugung, überlassen wir dabei den Zuschauer:innen.

Sie haben Konrad Kujau einmal selbst interviewt. Wie erinnern Sie sich daran, an ihn?
Ich habe Konrad Kujau 1999 für meine TV-Show „Deutschlands dümmste Gauner“ interviewt. Konrad Kujau war alles andere als ein dummer Gauner. Er war sehr einnehmend, charismatisch, wirklich talentiert. Er konnte innerhalb kürzester Zeit die Handschrift aller unserer Teammitglieder nachmachen. So etwas machte ihm Spaß und allen anderen natürlich auch. Im Gespräch mit ihm hatte ich den Eindruck, dass er permanent lügt. Am Anfang des Interviews erzählte er die Geschichte anders als am Ende, und wenn man ihn darauf ansprach, gab es noch eine dritte Version. Die Lieblingsdiagnose aller Hobbypsychologenderzeit ist Narzissmus. Ich bin da deswegen eher zurückhaltend, aber Adolf Hitler war erwiesenermaßen ein maligner Narzisst, und bei Kujau drängte sich mir zumindest der Verdacht auf. Eines der Hauptmerkmale einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist übrigens mangelnde Empathie.

Was war die Idee hinter der Erzählung der NS-Vergangenheit des Vaters der fiktiven Figur der jungen STERN-Reporterin?
Um das Thema „Nationalsozialismus in unserer Gesellschaft“ vollumfänglich abzuhandeln, mussten wir uns natürlich auch mit Nationalsozialismus in der eigenen Familie auseinandersetzen. Ich bin 1968 geboren, und wir Kinder haben uns oft gefragt, was unsere Großväter gemacht haben im Krieg. Wir haben unsere Väter gefragt, ob die ihre Väter gefragt haben. Klare Antworten gab es selten. Es wurde auf den Eid verwiesen, den die Soldaten leisten mussten, darauf, dass man doch sehr viel auch gar nicht wusste und vor allem, dass das doch alles schon sehr lange her ist. Mein Großvater erzählte gerne, wie er kurz nach dem 1. Weltkrieg von einem gewieften jüdischen Pferdehändler betrogen wurde. Die Geschichte war sehr lustig. Ich hörte sie während meiner ganzen Kindheit. Je älter ich wurde, desto mehr hätte ich mir gewünscht, dass mein Großvater auf die Information verzichtet, dass der Pferdehändler ein Jude war. Hat er aber nicht. All diese Eindrücke erzählen wir anhand der Figur Elisabeth Stöckel, einer jungen Reporterin beim STERN. Sie erfährt, dass ihr Vater bei der SS war, dann wird sie mit der Vergangenheit des Vaters erpresst und soll die Veröffentlichung der Tagebücher verhindern. Elisabeth Stöckel fungiert als moralischer Kompass in einer durch und durch unmoralischen Männerwelt.

„Faking Hitler“ ist eine freie, fiktionalisierte Verfilmung der Geschehnisse rund um die Veröffentlichung der Hitler Tagebücher. Was sind die Themen, die Sie erzählen wollten?
Das Thema Fake News wird immer wieder gerne mit unserem Thema assoziiert. Ich würde dieses Geschenk gerne annehmen, da man bei historischen Stoffen mit einer starken Verlinkung in die Jetztzeit ungemein punkten kann. Es gibt bezüglich der gefälschten Hitler-Tagebücher auch viele Theorien, bis hin zu der, dass eine Vereinigung von Altnazis mit dem STERN gemeinsame Sache gemacht hat, um das Hitlerbild zu schönen. Beweise gibt es aber weder für diese krude These noch sonst für ein Mitwissen von Heidemann und dem STERN. Dass man in diese Richtung denkt, ist allerdings absolut legitim, da es einfach unglaublich ist, dass Heidemann/der STERN nichts wussten. Er hätte es wissen müssen, der STERN hätte es wissen müssen, ohne Wenn und Aber, denn so brillant waren die Fälschungen nicht.

Wie eng war die Zusammenarbeit mit dem STERN und möglicherweise Protagonist:innen und Zeitzeug:innen von damals?
Der STERN hat uns einerseits in allen Projektstufen unterstützt, hat uns aber auf der anderen Seite alle Freiheiten gelassen, die Geschichte so zu erzählen, wie wir sie erzählen wollten. Dafür sind wir natürlich unglaublich dankbar. Ich selbst habe viele Stunden in dem Kellerarchiv von Gerd Heidemann gesessen, dabei sind stundenlange Interviews entstanden, die mir und meinen Kolleg:innen Annika Cizek und Dominik Moser beim Schreiben als Inspiration gedient haben. Gerd Heidemann ist ein toller Erzähler und er hat viel zu erzählen. Selbstverständlich hat er auch heute noch gewisse Ansprüche an die Darstellung des Stoffes. Da konnten wir ihm oft nicht entgegenkommen. Aber ich bin mir sicher, Herr Heidemann hat tief in seiner Seele Verständnis dafür, und ich würde mich freuen, auch nach diesem Projekt die eine oder andere Stunde im Keller des alten Finanzamtes in Heidemanns Archiv zu verbringen, um Geschichten von einem Reporter mit Leib und Seele zu hören.

Lars Eidinger und Moritz Bleibtreu spielen Gerd Heidemann und Konrad Kujau kongenial. Was ist es, das die beiden für diese Rollen auszeichnet?
Ich habe Lars vor ca. 20 Jahren kennengelernt, beim Casting für eine Sketchshow. Ich war ein absoluter Anfänger als Regisseur, Lars ein unbekannter Schauspieler. Es war ein unglaubliches Projekt. Gecastet haben wir bei mir in der Küche, unter anderem auch Mario Barth, den damals auch noch keiner kannte. Lars und ich haben dann Kontakt gehalten. Ich hatte nie ein Projekt, das ich ihm ernsthaft anbieten konnte. Bei „Faking Hitler“ war es endlich so weit. In „Schtonk!“ wurde die Figur Heidemann von Götz George gespielt, einer der besten deutschen Schauspieler seiner Generation. Ich war überglücklich, als Lars, einer der besten deutschen Schauspieler seiner Generation, für die Rolle zugesagt hat.
Auf Moritz Bleibtreu haben wir uns intern schnell geeinigt. Ich finde ihn als Kujau überragend. Moritz hat der Figur eine ganz klare und teilweise auch komödiantische Ausrichtung gegeben, hat aber jede Möglichkeit genutzt vielschichtiger zu werden und tiefer zu gehen. In dieser Mischung habe ich das noch nie so perfekt gesehen, und dafür bin ich Moritz, aber natürlich auch den beiden Regisseuren sehr dankbar.
Auch in den weiteren Rollen ist die Serie mit Sinje Irslinger, Ulrich Tukur, Hans-Jochen Wagner, Daniel Donskoy, Jeanette Hain sehr stark besetzt.
Es freut mich sehr, wenn das so wahrgenommen wird. Wenn man einen Lars Eidinger im Cast hat, sollte man sich sehr genau überlegen, mit wem man ihn spielen lässt. In diesem Fall waren das vor allem Ronald Kukulies, Hans-Jochen Wagner, aber auch Jeanette Hain und Katharina Heyer. Alle vier habe ich selten so stark gesehen wie in „Faking Hitler“. Die wenigen Szenen zwischen Lars und Moritz sind natürlich das absolute Sahnehäubchen. Mein heimlicher Superstar bei diesem Projekt ist aber Britta Hammelstein, die die Ehefrau von Konrad Kujau spielt. Britta kam, sah und siegte mit einer unglaublichen Natürlichkeit und Präzision.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Wolfang Groos und Tobi Baumann?
Wolfgang Groos wurde mir von Til Schweiger empfohlen. Til fand Wolfgangs Film „Kalte Füße“ super und gab mir den Tipp. Tobi und ich haben lange Zeit als Regisseure im selben Bergwerk gearbeitet: Sketche und Sitcom. Tobi war mir aber immer fünf Nasenlängen voraus. Um im Bild zu bleiben: während ich mit der großen Dampframme arbeitete, hat Tobi den kleinen Bohrer angesetzt, und als ich mir den kleinen Bohrer bei ihm abgeschaut hatte, wechselte er zum filigranen Schnitzmesser. Die beiden waren ganz schnell mein Dreamteam für dieses Projekt. Natürlich haben es viele als unangemessen betrachtet, zwei Regisseure mit eher komödiantischer DNA auf diesen Hitler-Stoff zu setzen. Markus Brunnemann, der Co-Produzent bei „Faking Hitler“, hat mich hier aber sehr bestärkt und letztendlich sind alle Partner:innen gern mitgegangen. Markus war nicht nur in dieser Frage eine Riesenhilfe. Ohne ihn wäre das alles nur halb so gut geworden. Und wenn ich schon dabei bin: Vielen herzlichen Dank allen Kolleg:innen bei der UFA und RTL, aber vor allem meinen beiden Producerinnen Viola-Franziska Bloess und Luisa Laute, die jetzt seit zwei Jahren Tag und Nacht an diesem Projekt arbeiten und tausend Schlachten geschlagen haben. Denn ja, es war ein wirklich beinhartes Projekt: Zu wenig Zeit, zu viel Corona, zu wenig Sonne, zu viele Egos… Ich kann mir unter diesen Umständen immer noch nicht vorstellen, dass wir das Projekt wirklich zu einem guten Ende gebracht haben. Es scheint aber so zu sein.

Abschließend: Was denken Sie, wie kann man die Ereignisse um die Hitler-Tagebücher heute, knapp 30 Jahre danach, einordnen?
Was Rechtsradikalismus anbelangt, leiden wir in Deutschland nun schon seit sehr langer Zeit an einem gravierenden Defizit: Es fehlt ein angeborener instinktiver Ekel vor Ausländerfeinden, Antisemiten und vor dem Hass auf Minderheiten getriebenen Menschen aller Art. Auch die vermeintlichen Hitler-Tagebücher haben keinerlei Ekel, sondern nur Faszination ausgelöst. Und das wäre heute wahrscheinlich nicht anders als in den 80er-Jahren.

Interview Moritz Bleibtreu

INTERVIEW MIT HAUPTDARSTELLER MORITZ BLEIBTREU

Moritz, was hat Dich an dem Stoff zu „Faking Hitler“ gereizt?
Als ich die Anfrage bekommen habe, Kujau zu spielen, habe ich mir den Podcast mit den Originalgesprächen zwischen Konrad Kujau und Gerd Heidemann angehört. Ich fand das sofort spannend. Als sich der Skandal damals ereignete, war ich 12 Jahre alt, ich weiß noch, dass meine Mutter das damals eher lustig fand und sagte: Okay, der „Stern“ kann jetzt dicht machen.

Was hat Dich an der Figur Kujau gereizt?
Alles in allem ist er eine Figur, die ich beim Lesen sofort mochte und sympathisch fand. Es macht einfach Spaß, wenn man Figuren spielt, die man mag. Einige Charaktere, mit denen man in Berührung kommt, findet man unsympathisch, man kann sich nicht wirklich mit ihnen identifizieren. Auch diese können durchaus spannende Facetten haben, aber wenn man eine Figur wirklich mag und sympathisch findet, dann macht so eine Arbeit einfach Freude.

Was konkret ist denn so sympathisch an ihm? Immerhin war er kriminell…
Es ist ein Verführer. Einer, der natürlich auch dunkle Seiten hat. Verantwortungsgefühl? Gleich null bei Kujau. Und die Art, wie er mit seinen Frauen umgeht, ist auch nicht besonders gentlemanlike. Und trotzdem kann man ihm nicht richtig etwas übelnehmen - was auch eine Qualität ist und ihn sympathisch macht. Es gibt jedenfalls kaum eine Video- und Tonaufnahme von ihm, bei der ich nicht ein leichtes Lächeln im Gesicht hatte. Er war ein Lebemann, jemand, der das Leben genossen hat und auch etwas faul war. Das sind Dinge, die auch mir nicht ganz fremd sind.

Hättest Du gerne mal ein Bier mit ihm getrunken?
Ja, das hätte ich tatsächlich gerne gemacht, wenn er noch gelebt hätte. Und ich hätte auch interessant gefunden, was er dazu gesagt hätte, wie ich ihn interpretiere. Ob er etwas von sich in der Figur wiedergefunden hätte oder nicht.

War es eine besondere Situation, eine real existierende Person wie Konrad Kujau zu spielen?
Man hat, je nachdem, in welchem Filmgenre man sich bewegt, in gewissen Fällen eine Verantwortung, eine reale Figur im Kern historisch akkurat aufzuarbeiten. Aber im Rahmen der „Fiktion“ darf man sich auch künstlerische Freiheiten nehmen. „Faking Hitler“ ist nun mal keine Doku. Ich glaube, bei einer Fiktionalisierung muss man das Recht haben, zeitgeschichtliche Handlungen frei zu interpretieren. Ich würde mir wünschen, dass wir da mit einer gewissen Unbefangenheit herangehen. „Faking Hitler“ ist eine Serie, die von wahren Begebenheiten inspiriert ist und eine wahre Geschichte fiktional erzählt. Und das sollte man auch ohne jeglichen Vorbehalt dürfen.

Was konkret ist die Herausforderung, eine wahre Geschichte, fiktional zu erzählen?
Da es Filmmaterial von Konrad Kujau gibt und die ältere Generation ihn noch kennt, kann man ihn nicht ganz konträr zu seinem realen Ich spielen. An seinem sehr einprägsamen Dialekt etwa kann man nicht vorbeispielen. Trotzdem weiß ich: Es genauso zu machen wie er wirklich war, werde ich nicht hinbekommen. Das heißt, dass ich einen Mittelweg finden muss: Kujau auf der einen Seite nahezukommen und die Figur trotzdem zu meiner machen. Im besten Fall ist es immer eine Mischung aus beidem. Wenn das eigene Ich auf diese Persönlichkeit trifft und sich beides gegenseitig ergänzt, dann ist das meist das Beste.

Versuch uns Kujau bitte noch näher zu bringen…
Kujau war ein Mensch, der mit einer unheimlichen Begabung gesegnet war. Aber das, was den bildenden Künstler im Kern ausmacht – das Bedürfnis und die Leidenschaft, sich in seinen Werken auszudrücken – das hatte er nicht. Das wäre für ihn vermutlich viel zu anstrengend gewesen. Er hat stattdessen einfach Dinge imitiert. Das Schöne an der Serie finde ich ist auch, dass sie eine Frage aufwirft, die ich schon immer interessant fand: Was ist Kunst? Die Diskussion um den Kunstbegriff. Darüber habe ich früher schon oft mit meiner Mutter diskutiert. Wem hat Kujau denn wirklich geschadet? Ein paar Leuten, die viel Geld haben, sich damit das richtige Bild zur richtigen Zeit kaufen und dann noch reicher werden? Gleichzeitig hat man Kujau nie als Künstler wahrgenommen, was ich für einen großen Fehler halte. Denn jemand, der so begabt ist und das kann, was Kujau konnte, der hat das Prädikat Künstler verdient.

Ist das Dein Kunstverständnis?
Kunst ist immer das, was wehtut und wo eine Selbstaufgabe stattfindet. Eine Katharsis. Wenn man sich an einer Figur abarbeitet. Das Durchdringen Deiner eigenen Einzigartigkeit ist das, was Kunst ausmacht. Das hat Kujau aber nie gemacht. Er hat nie sich selbst auf die Leinwand bringen wollen. Was fast schon wieder sympathisch ist. Ihm fehlte eine gewisse Form von Narzissmus, die sonst jedem Künstler zu eigen ist. Die Begabung als solche ist aber nicht von der Hand zu weisen.

Als der Fall um die gefälschten Hitler-Tagebücher aktuell war, warst Du 12 Jahre alt. Wie hast Du das damals erlebt?
Meine Mutter sagte damals, der „Stern“ würde das nicht überleben. Jetzt ist Kujau tot und den „Stern“ gibt es immer noch. Ich selbst habe fast nur noch komödiantische Erinnerungen an den Skandal. Aber natürlich muss man abseits aller Sympathie auch sagen: Wären diese Tagebücher nie als Fake entlarvt worden und würden sie bis heute im Geschichtsunterricht behandelt, dann wäre das ein gefährlicher Geschichtsrevisionismus.

Wie hast Du Dir den Dialekt von Kujau draufgespielt?
Hören, hören, hören. Reden, reden, reden. Sich langsam herantasten und immer wieder ausprobieren. Sich seine eigenen Aufnahmen anhören und diese kritisch mit dem Original vergleichen. Nach zwei bis drei Wochen habe ich so etwas dann meist langsam heraus, auch wenn man manchmal um einiges länger kämpft. Wobei Dialekte meistens einfacher sind, viel schwieriger sind Fremdsprachen.

Was hast Du persönlich schon mal gefälscht?
In der Schule eine Entschuldigung mit der Unterschrift meiner Mutter. Wobei sie eine ganz einfache Unterschrift hatte, das war nicht sehr schwer und hat sehr gut funktioniert. Sonst nichts.

Kujau hat Jahre gebraucht um so gut zu werden, wie er war. Was kannst Du heute besser als früher?
Alles, was man im Leben ausbaut, kann man irgendwann besser. Ich bin mittlerweile garantiert ein besserer Schauspieler als vor 20 Jahren, ein besserer Koch, ein besserer Autofahrer. Dafür kann ich nicht mehr so gut sehen. Das eine wird besser, das andere wird schlechter. (schmunzelt)
17. Du bist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Worauf bist Du rückblickend besonders stolz?
Stolz ist hier das falsche Wort. Aber ich bin unglaublich glücklich, hier jetzt so sitzen zu dürfen. Wenn ich mich mit 20 Jahren – bei allen Sorgen, die ich damals hatte - jetzt hier sitzen gesehen hätte, wäre ich, glaube ich, sehr glücklich und erleichtert und würde mir zufrieden auf die Schulter klopfen.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft?
Ich habe mich definitiv ins Filmemachen verliebt. Vor allem in den Schreibprozess. Sich am Schreibtisch etwas auszudenken und ein paar Jahre später einen Film vor sich zu haben ist faszinierend und wird wohl auch immer mehr in die Mitte meines Schaffens rücken. Ich möchte immer weiter Filme schaffen und auch inszenieren.

Regiegespräch

REGIEGESPRÄCH MIT WOLFGANG GROOS UND TOBI BAUMANN

Wie haben Sie reagiert, als Tommy Wosch mit der Anfrage auf Sie zukam, „Faking Hitler“ zu inszenieren?

Wolfgang Groos: "Ich muss gestehen, dass ich erst einmal skeptisch war, da ich befürchtete, dass das Projekt klamaukig umgesetzt werden sollte. Dann aber, nach einem Gespräch und der Lektüre der ersten Folge, die es zu diesem Zeitpunkt in einer ersten Drehbuchfassung schon gab, war ich begeistert. Auch stand zu diesem Zeitpunkt schon fest, dass Lars Eidinger Gerd Heidemann spielen würde. Mir wurde also ziemlich schnell klar, dass „Faking Hitler“ eine Serie auf allerhöchstem Niveau werden würde."
Tobi Baumann: "Ich hatte den Podcast fasziniert und mit großer Freude verschlungen und bin dementsprechend sofort auf das Thema angesprungen. Mich hat bereits die erste kurze Präsentation der Serie, die den generellen Ton, die Atmosphäre und erste Besetzungsideen vermittelte, sehr neugierig gemacht. Als dann mit den ersten Büchern klar wurde, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt, wollte ich unbedingt dabei sein."

Inwiefern hatten Sie vielleicht „Schtonk!“ im Hinterkopf? Und wie sehen Sie „Faking Hitler“ im Vergleich zu diesem Film?
TB: "Ich verehre Helmut Dietl sehr und habe „Schtonk!“ vor einigen Jahren sogar noch einmal im Kino gesehen. Der Film ist toll, und er ist für mich das perfekte Beispiel dafür, dass man gerade Komödien immer im zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext sehen sollte, in dem sie entstanden sind. Zu „Schtonk!“-Zeiten war der überdrehte und satirische Ansatz vollkommen richtig, um sich diesem unglaublichen Skandal zu nähern. Kujau entertainte sich noch durch die Talkshows und wurde allgemein als unterhaltsamer Gauner gesehen. Der Skandal wurde als eine Art nationaler Provinzposse abgetan, in der sich alle Beteiligten irgendwie wie Trottel verhalten hatten. Und das hat der Film aufgenommen, vom überdrehten Spiel bis zur plakativen Musik. Das war damals richtig. Unsere Geschichte hat außer der natürlichen Absurdität der Geschehnisse aber wenig mit „Schtonk!“ gemein."
WG: "Ich habe „Schtonk!“ damals auch unheimlich gemocht. Ich bin zwar in den 80ern aufgewachsen, mir war der Skandal aber nicht so präsent, und ich mochte die satirische und sarkastische Umsetzung sehr. Für uns galt aber ein anderer Ansatz. Die Geschichte um die Bücher diente uns eher als Ausgangspunkt, um uns mit verschiedenen Fragen, z.B. Fragen der Moral auseinanderzusetzen. Wie haben sich der STERN und auch Gerd Heidemann moralisch eigentlich verhalten? Und wie wollen wir als Macher:innen der Serie unsere Haltung klar machen, dass eine Veröffentlichung von Tagebüchern, in denen Hitler als sympathischer Opa beschrieben wird, an sich moralisch verwerflich ist. Hier kommt z.B. die Figur Elisabeth ins Spiel, die veranschaulicht, wie man sich verhält, wenn man persönlich von diesem Thema betroffen ist. D.h. für Elisabeth: wenn der Vater in der NS-Zeit an einem Kriegsverbrechen beteiligt war. Ich finde besonders diesen Aspekt sehr aktuell, denn bei allen Krisen, die wir erleben, wird unsere Betrachtung und Haltung davon beeinflusst, wie sehr wir persönlich beeinträchtigt sind. Und genau in diesen Situationen zeigt sich, wie man sich moralisch wirklich verhält. Am Stammtisch kann das jeder sehr einfach und sehr laut, ohne Konsequenzen."
TB: "Ein großer Unterschied besteht für mich auch darin, dass die Figuren Heidemann und Kujau bei uns keine Spaßfiguren sind, wie sie es – zugegebenermaßen wahnsinnig lustig – bei „Schtonk!“ waren. Wir wollen die Protagonisten unserer Serie als wahrhaftige Menschen zeigen mit all ihrer Begeisterung, den Zweifeln und ihrem Scheitern. Gerade in der zweiten Hälfte der Serie wird die ganze Tragik unserer Geschichte sehr deutlich. Als die anfängliche Faszination und Begeisterung langsam in Zweifel umschlägt und schließlich in Entsetzen und Panik, erleben wir sehr unmittelbar, wie sich eine große Ansammlung an (vorwiegend männlichen) Egos mehr und mehr selbst zerstört und niemand Verantwortung übernehmen will. Unter anderem diese klar dramatischere Herangehensweise gibt „Faking Hitler“ einen gänzlich anderen Ton als „Schtonk!“, was nicht bedeutet, dass es bei uns nicht auch jede Menge Momente gäbe, die Spaß machen. Und ja: Wichtig ist insbesondere auch die Figur der jungen Journalistin Elisabeth, die sich sowohl in der privaten Auseinandersetzung mit ihrem Vater als auch innerhalb des STERN die moralischen Fragen stellt, die wir uns stellen. Mit ihr gewinnen wir auch die Perspektive der Nach-Täter-Generation hinzu. Mir gefiel von Anfang an sehr, wie Tommy uns die Serie vorgestellt hat: als eine Geschichte über Verführung. Bei allem, was wir in Deutschland seitdem immer wieder erlebt haben und nach wie vor erleben, vor allem in Bezug auf rechtsextremistische Ideologie, aber auch auf den Umgang mit Wahrheiten, bleibt das ein Thema, das uns alle angeht."

Wo liegt der Reiz, eine Serie wie „Faking Hitler“ zu inszenieren?
TB: "Ich war damals noch in der Grundschule. Ich kann mich zwar an den Geist dieser Zeit sehr gut erinnern, habe mich aber erst viel später wirklich mit diesem unglaublichen Skandal beschäftigt. Vordergründig handelt es sich ja erst einmal um eine skurrile historische Geschichte. Mich interessiert an so etwas aber vor allem immer, was das heute noch mit uns zu tun hat, wo wir uns heute darin wieder erkennen. Was erzeugt das heute an Haltung in uns? Klar macht es großen Spaß, die beginnenden 80er Jahre als Spielwelt zu kreieren und zum Leben zu erwecken. Aber das Spannendste an der Arbeit war, dass die Story uns auch jetzt noch immer fasziniert und gleichzeitig abstößt. Die Herausforderung war, diese Geschichte dahin zu transportieren, wo wir jetzt sind – als Zuschauer:innen, die komplexe Entwicklungen von Figuren und Handlung gewöhnt sind; und auch als Gesellschaft, die permanent in Diskussion darüber ist, was man wem noch glauben kann. In der Auseinandersetzung mit dem Skandal um die gefälschten Tagebücher, mit der Entwicklung der Ereignisse haben wir immer wieder ungläubig den Kopf geschüttelt. Was damals passiert ist, ist vollkommen absurd und in den Einzelheiten auch wirklich skurril.
WG: Genau das war auch für mich das Spannende. Bei „Faking Hitler“ ist für mich auch die Vielschichtigkeit der einzelnen Stränge etwas Besonderes, sie unterscheiden sich emotional sehr voneinander, haben aber trotzdem sehr viel miteinander zu tun."

Wie haben Sie sich die Inszenierung ,aufgeteilt‘?
WG: "Grundsätzlich hat jeder „seine Folgen“ gedreht. Das Besondere war, dass wir in der Vorbereitung alle Entscheidungen zusammen getroffen haben. Wir waren ein echtes Duo, haben sehr schnell gemerkt, dass wir gemeinsam wirklich mehr sind und können, als jeder einzelne für sich. Es hat großen Spaß gemacht sich miteinander auszutauschen und gemeinsam eine Bildsprache und einen Look zu entwickeln. Wobei trotzdem für uns beide viel Raum war, die Folgen sehr individuell zu gestalten. Die Dreharbeiten der beiden Units haben auch parallel stattgefunden, so dass wir permanent darüber sprechen konnten, welche Herausforderungen in welchen Motiven und bei der Inszenierung auftauchen. Generell war der Austausch mit jemanden, der gerade genau das gleiche erlebt, sehr erholsam."
TB: "Uns allen war klar, dass wir hier ein sechsteiliges Gesamtwerk herstellen, was nur mit einer gemeinsam erarbeiteten Vision möglich ist. Um dafür mit unseren kreativen Partner:innen gewappnet zu sein, haben wir eine sehr intensive gemeinsame Vorbereitung erlebt. Wir haben als kleine Gruppe von zwei Regisseuren, Kameramännern, Regieassistenten mit einem gemeinsamen Szenen-, Kostüm- und Maskenbild die gesamte Show vorbereitet. Wichtige Entscheidungen haben wir immer zusammen mit dem Showrunner getroffen und uns in einer gemeinsamen Welt bewegt. Wolfgang und ich kennen uns schon lange, wir sind befreundet, spielen sogar gemeinsam in einer Band. Das hilft, wenn man so intensiv zusammen an einem Projekt arbeitet."

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Lars Eidinger und Moritz Bleibtreu erlebt?
WG: "Die Zusammenarbeit mit den beiden war, genau wie mit dem restlichen Cast, wirklich außergewöhnlich. Wir hatten das Glück, ein so großartiges Ensemble zusammenstellen zu können, dass wir wirklich die Besten für dieses Projekt an Bord hatten. Lars und Moritz sind extrem gute Schauspieler, sie lieben ihren Beruf sehr und nehmen ihn ernst. Wenn man dann merkt, wie sie kleinste Korrekturen von einem annehmen, dann macht das riesige Freude. Unbedingt erwähnen möchte ich hier aber auch Sinje Irslinger, die sich in diesem Ensemble als junge Schauspielerin wahnsinnig stark behauptet hat."
TB: "Was ich im Nachhinein als ein großes Geschenk empfinde, ist, dass Lars und Moritz als sehr unterschiedliche Typen nicht nur unterstützen, wie sehr sich unsere Figuren Heidemann und Kujau menschlich voneinander zu unterscheiden scheinen. Die beiden haben auch als Schauspieler ganz unterschiedliche Ansätze in der Annäherung an eine Figur. Moritz hat sich den Kujau über Sprache, Habitus und Attitüde zu Eigen gemacht, hat sich viel von ihm angehört und sich dann sehr sicher, intuitiv und leichtfüßig in dieser von ihm geschaffenen Figur bewegt. Lars hingegen „erspielt“ sich jede Situation aufs Neue. Er ist immer der Heidemann, den die Szene gerade benötigt. Und da Heidemann im Gegensatz zu Kujau auch eine nie wirklich greifbare und widersprüchliche Figur ist, ist das auch für seine Verkörperung der perfekte Ansatz. Beide haben es geschafft, uns die beiden Figuren zu jeder Zeit auf ganz unterschiedliche Art nah zu bringen, uns zu berühren und uns sogar mit ihnen leiden zu lassen."

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